Freitag, 23. August 2013

Für mehr Kultur

Angeblich kann man ja nie genug Taschen haben. Und Taschen zu nähen macht mir großen Spaß. An der Taschengarderobe sehen sie wunderbar aus, bunt, vielseitig, hinreissend. Die ersten selbstgenähten Exemplare haben viele Schönheitsfehler, sie sind also auch ein kleines bisschen Zeitzeugen des überschaubaren, aber doch vorhandenen Näh-Kompetenz-Fortschreitens. Andere Leute kommen auf sicher schneller voran, aber ich bin manchmal ein bisschen stolz, dass immerhin ein bisschen Bewegung drin ist.

Fakt ist aber auch, dass ich immer denselben gekauften schwarzen Rucksack verwende. Da. Getz isset raus. Eigentlich sind es zwei. Einer für den Alltag und einer, geräumiger, für die Reise. Nix selbstgenäht. Weia.

Trotz mangelnder Frequentierung wird die Sammlung weiter wachsen. Diesmal aber nicht, um die lange Vorrede abzukürzen, denn ich brauchte tatsächlich mal etwas in der Richtung, so dass aus dem neuen Taschenschnitt, der im Briefkasten klingelte, der lang fällige Kulturbeutel wurde

So sieht er aus:


und bietet genug Raum für Mutters gesammelte Spachtelmasse nebst Vogelnestpflege. Von wegen Vogelnest. Das war mal. Einreihiger Schnittlauchgarten?

LKW-Plane mag ich sehr. Sie ist mir bisher immer mehr zu Willen gewesen als z.B. Nickistoff, der wandert eigener Wege und sieht am Ende aus wie ein kuscheliger Putzlumpen. Ein teurer kuscheliger Putzlumpen, um genau zu sein. Danke.

Damit alles lüppt, wie es soll, nehme ich eine 100er Nadel und ein Teflonfüßchen, das ist wirklich problemlos. Natürlich ist jede Art von Perforation unwiderruflich, so dass z.B. die Retrokreise auf dem Kulturtäschle nicht sichtbar durch Vorwärts- und Rückwärtsnähen gesichert sind, sondern die Fäden lang gelassen, mit einer Nähnadel auf die Rückseite gezogen und dort gut verknotet. Für zusätzliche Stabilität gab es Gaffatape obendruff. Das ist dann wichtig, wenn die Tasche wie hier nicht gefüttert daher kommt.


Die schwarze Plane ist mit der Rückseite nach außen genäht, die eine etwas bewegtere Struktur hat als die komplett glatten Kreise, bei denen die "schöne Seite" oben ist. Der Kontrast hat mir gut gefallen.


Seid lieb gegrüßt und habt es schön. Nina.

P.S.: Der Schnitt "Basic Bag" ist in drei Größen (meine ist die kleinste und offensichtlich henkelfrei) bei Lillesol & Pelle erhältlich. Danke Dir, liebe Julia, dass ich probenähen durfte.

LKW-Plane kaufe ich übrigens hier, da gibt es richtig viele Farben, sogar den Rentner-Spitzenreiter beige.

Kommentare:

  1. Hallo Nina,
    auch wenn Du Deine Taschen nur zur Deko nähst *lach*,
    die mit LKW-Plane verwechselst Du wenigstens nicht zum Putzen!
    Super geschrieben, nochmal schön gelacht vor dem Schlafengehen *g*
    Schlaf gut bzw. Guten Morgen! Petra

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  2. Liebe Nina, die Tasche ist toll geworden !!!
    Ich hätte nicht gedacht, dass man mit einer handelsüblichen Nähmaschine LKW-Plane nähen kann. Vielen Dank auch für die Bezugsadresse :-))
    Ich habe leider gerade wenig Zeit und Muße zum werkeln, hoffe aber, bald wieder an deinem wunderbaren "Upcycling Dienstag" teilnehmen zu können ...
    Viele herzliche Grüsse, helga

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  3. Was für ein umwerfendes Design! Klare Kontraste, einfache Formen, so reduziert und unprätentiös - da hast Du meinen Nerv getroffen!

    Liebe Grüße & viel viel Freude an der Tasche!!
    Catrin

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  4. Egal was Du nähst, egal, dass ich wohl selbst nie eine (Kultur!)-Tasche nähen werde - obwohl: sag niemals nie...(Rentnerbeige wartet sicher geduldig auf mich) - Du schreibst einfach so wunderbar und machst mich so fröhlich damit! SEI GEDRÜCKT, liebe Nina-Tasche! Liebste Grüße, Anette

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  5. Wow, die ist echt cool!
    LKW Plane habe ich auch noch nicht versucht- meine Traute reicht ja noch nicht mal für Wachstuch, ich schieb und schiebs vor mir her.
    Umso schöner der Anblick deiner Tasche.
    Rucksack schffst du auch noch, ich bin sicher. :-)
    Liebste Grüße!

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  6. Die Tasche ist schön geworden, gefällt mir gut. Und LKW-Plane und Kosmetiktasche klingen nach einer guten Kombination, von wegen Nässe, Flecken und so.
    Ich hasse mehrere Nähte übereinander, daher vernähe ich meine Fäden fast immer so wie du es grade beschreibst, ein paar Stiche überlappen lassen, Fäden auf die Rückseite holen, verknoten. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich öfters mit älteren Maschinen nähe, bei denen das Rückwärtsnähen nicht durch Tastendruck erledigt ist.

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  7. Haha, Spachtelmasse! Mensch, davon musst Du ja eine ganze Menge haben, wenn Du LKW-Planen dafür brauchst. ;-D Ich krieg mich nicht ein: Auch wenn Du nicht so hübsche Sachen machen würdest, käme ich trotzdem wegen der Texte vorbei.
    Liebe Grüße von der milchtrinkenden
    Sonja

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  8. Ich liebe deine Planen-Werkelein! Das Tascherl ist hinreißend!

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  9. Tausche Schnittlauch gegen Stroh! Super Idee, die LKW-Plane zu einer Kulturtasche umzufunktionieren - die verzeiht auch auch mal eine nicht sauber geschlossene Flasche.
    Liebste Grüße von einer sich sehr amüsierenden Steffi

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