Donnerstag, 28. Februar 2013

Warme Dinge, was gegen zu warme Dinge und gegen Langeweile

Hallo, Ihr Lieben, hoffentlich macht sich kein großes Gähnen breit ... sie hat schon wieder genäht. Diesmal siehe Überschrift, weil der hartnäckige Winter diverse Maßnahmen notwendig machte. Wenigstens dafür ist er gut, ansonsten lechze ich nach Sonnenschein - wie vermutlich fast alle.

Angeführt sollte die Parade eigentlich vom Leibchen aus Kuschelstoff werden, das ich aber nach dem Waschen durch Trocknen auf dem Kleiderbügel geschrottet habe und das nun noch zum Putzen im Dunkeln taugt. Schade, aber dann wissen wir das jetzt auch.

°°° Düdelü °°° 
°°° Fahrstuhlmusik °°° 
°°° Hängerchen sieht aus wie schief aus der Tonne gefischt °°°
 °°° Ziert sich jetzt divenhaft °°°
°°° Ende Platzhalter °°°

Übrigens, auf den Beitrag zu Vivien kamen ein paar Kommentare bezüglich gewünschter Tragefotos. Für ein Bild mit Selbstauslöser von mir mit Batmanmaske anläßlich des Geburtstages einer sehr lieben Person habe ich 40 Minuten gebraucht, da wollen wir den Faden mal nicht weiterspinnen, wieviel Zeit Ganzkörperaufnahmen wohl beanspruchten. Nehmt es mir nicht krumm, hier hängen die Plünnen weiter vom Bügel. Allerdings nicht mehr beim Trocknen *flöt*.

Zurück zum eigentlichen Thema. Passend zum Leibchen - holla!- gibt es diesen Loopschal, der vorne ein türkis-rotes Fensterchen hat.


Und als Krone obendruff noch eine Beanie nach diesem Schnittmuster.


Natürlich lief es zu glatt und im (eigentlich) letzten Arbeitsschritt hab ich das Bündchen verkehrt rum drangenäht. Großartig. Wieder aufpiddeln kam kein bisschen in Frage, darum ist jetzt der gleichfarbige Fiffi drüber und der ist natürlich Absicht. Klar.


Warmer Kaffee kann aktuell nicht genug in die Mutter fließen, unterwegs verbrenn ich mir allerdings die Flossen dran, darum hier das Kinkerlitzchen gegen die Wärme, ein Kaffeebechermäntelchen aus Wollfilz, bestickt mit einem Koffein-Molekül. Ob das für die Chemikerinnen unter Euch so einwandfrei durchgeht, weiß kein Mensch, ich selbst stehe dem Thema wissensneutral gegenüber, konnte aber den Titel der Datei lesen und habe ignorant geshoppt. Hier, übrigens.



Beim letzten Upcycling - Dienstag hat Nike eine total coole Idee vorgestellt (und noch eine Hilfestellung gebloggt), die für eine anstehende Zugfahrt sozusagen der Jackpot war. Wurde noch am Dienstag Abend nachgewerkelt und sieht bei uns so aus.


Grundmaterial sind ausgediente Karteikarten plus die Doppelten einer früheren Tierbildersammelreihe des kleinen Volkes. Beschriftet, laminiert und ab dafür. Am meisten Arbeit war das vorbereitende Sortieren der Bilder, beim Laminieren hatte ich fachkundige Unterstützung ("Iss bin Dein Gehilfe.").



Seid herzlich gegrüßt und habt es schön, Nina, die mit der modischen Kombi ohne Leibchen auch bei RUMS am Start ist.

Dienstag, 26. Februar 2013

Upcycling - Dienstag #50

Hier sammeln wir jeden Dienstag Ideen, wie man aus Ausgedientem wieder etwas Wertvolles machen kann – einen Werkstoff. Jede Anregung ist interessant und jede(r) ist herzlich eingeladen mitzumachen.
 
Hinterlasst einen Kommentar und den Link zu Eurem Werk, ob groß oder klein, von wann auch immer es ist. Wer kein Blog hat, der kann mir eine Mail mit einem .jpg schicken. Ich poste die Bilder hier.  



Ihr Lieben, heute feiern wir den 50. Upcycling - Dienstag und ich freu mich wie Bolle, dass Ihr dabei seid, Euch interessiert und Eure Ideen teilt. Danke!

Zur Feier des Tages ist Sibylle entstanden. Sibylle ist die nachhaltige Schwester von Evelyn, dazu später mehr.

Ausgangsmaterial waren Fahrradschläuche


und Umstandsjeansreste


Zuerst eine Pappschablone angepaßt an die Breite des Fahrradschlauches erstellt.


Aus dem selben Material noch Pupillen ausgezirkelt.


Augen aus weißem Filz gefertigt und mit den Fahrradschlauchpupillen zusammengeklebt.


Ein Lächeln in rot aufgenäht, auf der Rückseite nicht großartig versäubert (damit vorne keine doppelten Nähte entstehen), sondern mit Stoffresten und Kleber die Enden fixiert. Also innen natürlich.


Flügelchen aus Jeans zugeschnitten und zusammengenäht.


Mit Stylefix auf dem äußeren Rückenteil in Position gebracht und 2x drübergerattert. Am besten von oben nähen, der Unterfaden neigt zu unnützer Schlauferei.


Beinchen drangeklebt. So sieht das Rückenteil nun von der schäbbigen Seite aus.     


Stoffreste atomisieren = Füllmaterial.


Grüne Filzkreise und Steinchen zur Deko aufkleben.


Rand umnähen.


Wo es schwierig wird, sich mit der Nadel Zugang zu verschaffen, kann man vorher die Ahle zur Hilfe nehmen, das hat sich bezahlt gemacht. Ohne Fingerhut mal mit Schmackes auf die Nadel gedrückt, kommt sie für gewönlich eher auf der Rückseite des Fingers wieder raus, als auf der des störrischen Materials.


Fertig ist Sibylle, Nummerngirl für den 50. Upcycling-Dienstag und vielleicht ein schönes Maskottchen für die nächsten 50. Meine Güte, was für Zahlen, das ist schon ein bisschen irreal.

 

Sie hat übrigens eigentlich keine Frisur. Aber das Theme Schlauferei hatten wir ja oben schon einmal aufgegriffen und ich habe aus der Not eine Tugend gemacht. Grünen Faden schwarz angemalt und mit der Topflappenwolle drüber genäht, als gäbe es kein morgen.


Schaut mal, sie hat wunderbare Fühler.

 
Sibylle ist deswegen die nachhaltige Schwester von Evelyn, weil ich ein ganz hinreissendes Buch geschenkt bekam. Es heißt "Meet me at Mike's" und ist eine reine Freude. Jedenfalls, in diesem Buch hängt Evelyn an einem Zweig. Das Schnittmuster für Sibylle jedoch wurde bis auf die Flügel von mir selbst erstellt, aber die Inspiration ist klar von dort. Pip Lincolne hat noch viele andere tolle Sachen gemacht, ihre Seite findet Ihr hier.    

Sö, nü Ihr! Ich bin gespannt und grüß Euch lieb. Habt es schön. Nina, deren Beitrag zum Creadienstag und zu Robotis Alltagshelden Sibylle auch ist.  

Donnerstag, 21. Februar 2013

Vivien

Offen gesprochen bin ich in Sachen Farbvielfalt eine reichliche Stümperin. Es darf wohl ein bisschen türkis oder petrol sein, lila oder grün, aber die Basis und der Ursprung ist und bleibt - schwarz. In keiner Farbe sieht die Mutti so wenig von der Wand gekratzt aus (vornehme Blässe beschreibt es liebevoller) (wenn man die antlitzsche Rotfleckigkeit mal total außen vor läßt) (besser ist das). So stolperte ich neulich abends prokrastinierend über den Schnitt Vivien und war geflasht. Für die Öhrchen simmer 20 Jahre zu alt, aber der Rest ... oha!

Flott lag das Schnittmuster im Kasten, man hätte es theoretisch aufbügeln können und sogar die Nahtzugabe ist schon inkl. Cool. Die Sensemann-Kapuze hatte es mir angetan und natürlich, dass der Fummel als Leibchen funktioniert, trage ich doch gern etwas Walle-Walle über den Langarmshirts. Hartnäckig, stilistisch ist hier wenig im Wandel, das heißt natürlich, ich habe mich vollends gefunden und bin nicht etwa zu faul oder zu wenig risikobereit. Nicht doch.

So siehtse aus. Hat schon ein Unterwegswochenende überlebt und mir Freude  gemacht.




Beste Grüße sendet Euch Nina, habt es schön!
Mein Beitrag zum heutigen RUMS ist Vivien auch.

Dienstag, 19. Februar 2013

Upcycling - Dienstag #49

Hier sammeln wir jeden Dienstag Ideen, wie man aus Ausgedientem wieder etwas Wertvolles machen kann – einen Werkstoff. Jede Anregung ist interessant und jede(r) ist herzlich eingeladen mitzumachen.
 
Hinterlasst einen Kommentar und den Link zu Eurem Werk, ob groß oder klein, von wann auch immer es ist. Wer kein Blog hat, der kann mir eine Mail mit einem .jpg schicken. Ich poste die Bilder hier.  



Heute mal etwas anders als sonst, nämlich mit 2 Projekten, einem neuen und einem alten. Mit der Neukreation fangen wir an. Als Ausgangsmaterial haben kaputte Socken des großen Krawallix hergehalten, davon haben wir vielevieleviele und alle mit dem Spinnenmann drauf. Oder dem Fledermausmann.

Über die Eingebung bin ich zugegebenermaßen ob der Menge an zu verklappenden Strümpfen reichlich dankbar.


Zuerst oben bis zur Ferse abschneiden.



Dann über einen Ärmel stülpen (auf links drehen, Schnittkante bündig mit dem Ärmelende) und festnähen.


Runterkrempeln und voilà.



Was machen wir mit dem Rest? Stulpen für Batman? Haarschmuck zur Unterstützung einer 80er Jahre Ananas - Frisur? Ob meine Tochter Armwarmers im Katwise-Style zu schätzen wüßte?

°°°° °°°° °°°° °°°° 
Nun zum alten Projekt von November 2011. Es war mit ausschlaggebend für die Idee zum Upcycling - Dienstag und ist eines meiner Liebsten. Veröffentlicht wurde es schon einmal, damals noch fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit. 
Allzu viele Erstellungsbilder gibt es nicht, irgendwie nur eins, aber die Vorstellungskraft der geneigten Leserin reicht bestimmt mehr als aus.

Man nehme ein Smoothie-Fläschchen, häute es und


  • tapeziere es mit Décopatchpapier (plus -lack), 
  • klebe ein gesticktes (oder gemaltes) Gesicht sowie einen Webband - Querbalken auf, 
  • drapiere ein Kopftuch um den Deckel, leime auch dies fest (z.B. mit Stylefix) und 
  • sorge für ein Halstuch. 

Die Summe der Dinge ergibt unaufhaltsam



die Mutter Gottes oder jede Gestalt, die einem für diese Zwecke sympathisch erscheint. Die Form der Flasche ist so einladend und einen Streifen über das Gesicht hat sie nur, weil die Grundlage ein ausgemustertes Herrenhemd war. Ein gestreiftes. Offensichtlich.
Das Gesicht ist Teil einer Stickdatei von Susalabim, die heißt "baumeliges Krippenspiel" (schaut mal hier).
 
Meine beheimatet übrigens Büroklammern und lächelt stets salbungsvoll, wenn ich fluchend am Schreibtisch sitze, prokrastiniere, im Chaos nix wiederfinde, notgedrungen aufräume oder tatsächlich arbeite, sobald alle Schuhe geputzt sind.     


So, Ihr Lieben, was ist Euch eingefallen? Bin sehr neugierig, zeigt her Eure Werke und habt es schön. Nina, deren Beitrag zum Creadienstag und zu Robotis Alltagshelden die sanfte Maria auch ist. 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Übergangsjacke

Der Übergang ist dem Volksmunde nach eine Jahreszeit, die nur Frauen kennen, aber da bin ich hier ja richtig, oder? Dieser Terminus beschreibt, für eventuell mitlesende Männer, die Phase zwischen Winterjacke und flatterigem Fähnchen (und umgekehrt), soll also nicht zu dick und nicht zu luftig sein. Jetzt ist das auch gesagt und die Menschheit wieder einen epochalen Schritt weiter (ähem).

Aber mal in echt getz, wer hätte gedacht, dass hier jemals der folgende Satz zu lesen sein würde: Ich habe eine Übergangsjacke genäht. Und konnte es. Das liegt weniger an meinen bahnbrechenden Nähkünsten (wo sie schief ist dank der nähenden Exekutive, da sprechen wir mal nicht drüber und ich werde Fotos machen, auf denen man es nicht sieht. So.), sondern vielmehr an einem Schnittmuster, bei dem man schon nach der ersten Lektüre und vor dem ersten Handschlag weiß, der Versuch lohnt sich.

"Unsere" Jacke ist schwarz (Tuschelmodus an: "Für ein kleines Kind?" "Tsäh!", Tuschelmodus aus) und ja, er mag schwarz, weil es ihn gefühlt Batman ein Stück näher bringt. Der Stoff ist Breitcord. Das Innenfutter eher ein Fehlkauf, der auf diesem Wege doch noch zu Ehren kam. Ein Dinosaurierstoff, der ein wenig auf Tarnmuster gemacht ist und letzteres ist nicht mein Ding. Bestimmt zeugt es von so was wie dem absoluten Blick (gibbet dat?), dass ich auf dem Stoffmarkt nur die Echsen gesehen hab und der Rest erst später auffiel.







Die Rückansicht ziert eine Stickerei aus dem Hause Farbenmix, sie heisst Faltfreunde und der Kranich hatte es mir besonders angetan ("Das ist ein Ssstern!"). 


Der Sticker vorn drauf ist eine schöne Ergänzung, um den dunklen Eindruck diskret etwas aufzubrechen.


Den Schnitt könnt Ihr bei Lillesol & Pelle im Shop bekommen, es ist Lillesol Basics No. 15 und heißt? Genau. Übergangsjacke. Danke, dass ich probenähen durfte!

Der Beschenkte ist übrigens auch aus dem Häuschen. "Iss hab sson eine Jacke." "Klar, eine Winterjacke, dann ziehst Du die an, wenn es wärmer wird." "Dann zieh iss meine Fleecejacke an. Iss hab sson eine Jacke." Schließt sich da der Kreis zu den einleitenden Worten und nur Frauen ist die Notwendigkeit einer Übergangsjacke nahezubringen? Wer kann es sagen ...


Seid liebst gegrüßt von Nina und habt es schön.

Dienstag, 12. Februar 2013

Upcycling - Dienstag #48

Hier sammeln wir jeden Dienstag Ideen, wie man aus Ausgedientem wieder etwas Wertvolles machen kann – einen Werkstoff. Jede Anregung ist interessant und jede(r) ist herzlich eingeladen mitzumachen.
 
Hinterlasst einen Kommentar und den Link zu Eurem Werk, ob groß oder klein, von wann auch immer es ist. Wer kein Blog hat, der kann mir eine Mail mit einem .jpg schicken. Ich poste die Bilder hier.  


Diese Woche hab ich mir ein langersehntes Kinkerlitzchen gewerkelt. Basis waren die Reste der eingefärben Vorhänge (konnte man schon als Topflappen, Wickelweihnachtsbaum oder Schal begucken) in 5 Streifen gerissen


miteinander verknüpft



und sie bei ausreichender Länge unten einmal gerade mit der Zackenschere abgeschnitten.


Dann schnell Leim großzügig drauf verteilt


halb trocknen lassen und mit der Zange ein Schlüsselklemmdingi drangewurstelt.


Die Breite habe ich vorher berechnet, indem die Länge mal der Mondphase plus ein Schokibrot zum Quadrat genommen wurde, um aus der Summe die Wurzel zu ziehen. Hört sich super an, oder? Tatsächlich paßt es zufällig, wobei die Esotheriker unter uns nun sagen werden: "Es gibt keine Zufälle.". An dieser Stelle gilt dann gern die erste Beschreibung der planerischen Herangehensweise.

Meine schöne Kette, die ich von einem mir sehr lieben Menschen zum 40. Geburtstag geschenkt bekam, hat leider die Hufe hochgerissen, das war überaus gemein von ihr, aber ich hab sie nicht wieder so wunderbar arrangiert hinbekommen und einen Kompromiß hängt die Alte sich nicht um den Hals.

Einschub in eigener Sache: Hat diese Kette zufällig jemand zu verkaufen? Sie hört auf den Marketing-aus-der-Hölle-Namen "Summer Feeling" und ist online nicht mehr aufzutreiben. Doppel-Mäh.


Also ein paar der bezaubernden Perlen in memoriam drangenäht und mit Kleber zusätzlich fixiert.


Fertig.




Seid lieb gegrüßt, wenn dieser Beitrag online geht, erholen wir uns wohl gerade von den Nachwehen des Karnevals im Rheinland, alkoholfrei, aber nicht minder schlauchend. 
Habt es also schön, Ihr Guten, Nina (deren Beitrag zum Creadienstag und zur Heldensammlung - endlich ein Schlüsselband! - der Knüpffiffi auch ist)