Mittwoch, 21. Mai 2014

Blogst Styling und Fotografie-Workshop in Hamburg

Manch aufmerksame Leserin wird sich fragen, weshalb ich überhaupt einen Fotostyling-Workshop besuche, wo meine Bilder doch offensichtlich mit einer handlichen Kleinkamera im Automatikmodus geschossen werden.

Das soll ja anders werden und so war mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst das Buchen dieses Workshops, um die alte, schwere Kamera, die im Schrank vor sich hin reifte, doch einmal zur Hand zu nehmen (nehmen zu müssen also) und ihr zu entlocken, was sie vermutlich besser kann als die hier aktuell angewendete (angewandte?) Technik.

Die Monate vergingen, Weihnachten gab Ostern die Klinke in die Hand und noch immer prokrastinierte ich munter vor mich hin. Die Kamera blieb unangetastet und ein möglicher Fortschritt zwecks Vorbereitung auf den Workshop illusorisch.

Dann ergab sich die Möglichkeit, im hiesigen Jugendzentrum einen Ganztageskurs über Portraitfotografie zu belegen. Dieser Anlass durfte nicht ungenutzt verstreichen, denn - oh weh - bald ist Mai und wir sind uns immer noch nicht näher gekommen, die ernstzunehmende Kamera und ich. Mist, garkein Objektiv dabei? Kann das? Flink noch eins ausgeliehen (puhh) und diesen Kurs vor Ort besucht. 

Am Abend vorher ... wo ist der "On"-Schalter? Darüber breiten wir mal den Mantel des seligen Vergessens, aber fein war doch, dass am Samstag Abend (also nach dem Kurs im Jugendzentrum) die Kamera auf "M" stand und so sollte das. Japp. Nicht falsch verstehen, die war nicht nur umgestellt, sondern auch zum Einsatz gekommen.

Also vorgeschult auf nach Hamburg, auch wenn mir die Teilnehmerliste der fotografisch versierten Bloggerinnen den imaginären Schweiß auf die Stirn trieb. Wenigstens outeten sich noch ein paar wenige andere Damen im Vorfeld als Automatik-Modus-Personen, das tat ganz gut.

Clara hat uns also fachkundig und leicht verständlich in die Grundbegriffe der digitalen Fotografie eingewiesen, das war kurzweilig und höchst informativ. Viel Theorie, aber gut verpackt und bei meinem wissensneutralen Angang natürlich ein Aha am anderen.

Allerdings, und das ist ein Geständnis, wie es unhipper nicht sein könnte, ich bin schon in der Theorie häufiger an meine Grenzen gestoßen. Viel in der stilsicheren Fotografie hat mit Planung zu tun, Struktur ist eine wesentliche Voraussetzung, um auf kürzestem Wege zu einer eigenen Bildsprache zu finden und diese auch zu kultivieren. Das ist ja hier so ein bisschen Fehlanzeige.

Die Verfasserin dieser Zeilen hält sich im Alltag irgendwie über Wasser. Viele Dinge laufen parallel, Prioritätensetzung total Fehlanzeige, Planung findet zwar auf ominösen Zettelchen statt, aber die verliere ich erst und dann den Faden. Tja. Zur mangelnden Bündigkeit kommt noch ein lückenhaftes Gedächtnis, das sich beim besten Willen nicht mehr der Stilldemenz in die Schuhe schieben läßt, aber mit dem ersten Kind begann und pro weiterem Familienzuwachs schlimmer wurde. Hätte ich vier Kinder, würde ich bestimmt in Taucherflossen zum Einkaufen gehen.

Das nur am Rande, die Limits waren folglich klar aufgezeigt, aber sei's drum.

Wir sollten nun auch zur Tat schreiten, natürlich, und uns ein Objekt suchen, das wir ablichten wollten, uns ein Ambiente kreieren, unsere Bildsprache entdecken oder ausleben. Ich hab keine, ist klar, oder? Aber -und das scheinen manche Menschen skurril zu finden- ich knipse sehr gerne Gemüse. Mag unfancy sein, aber es gab da auf dem Workshop eine sehr abgefahrene Tomate, und die regte den Wunsch in mir, ein echt schönes Portrait von ihr zu bewerkstelligen.

So sieht es aus. Mein schönes Bild. Hach.


Und so sah das Szenario aus, dem es entsprang.


Außerdem hab ich auch ansonsten noch ein bisschen rumgeschaut und mal auf den Auslöser gedrückt, immer wacker auf "M" und teilweise mit einem anderen Leihobjektiv. 

Et könnt noch'n Tacken schärfer, aber wenn ich mir das nachsehen kann, könnt Ihr es hoffentlich auch.

Es war wunderschön, unter so netten Leuten zu sein, den Input rattern zu lassen und einmal einen Gang rauszunehmen. Mir haben die Gespräche im kleinen und im großen Kreis sehr gefallen, außerdem war die Dröhnung Hamburg toll, die dank verfrühter Anreise am Freitag möglich wurde. Sonntag Morgen war noch Zeit für ein wirklich schönes Frühstück in liebenswerter Gesellschaft, dann ging es heim in Richtung Muttertag für mich und - die Tomate. 

Blogst Workshop Styling und Fotografie
Bild vom Mobiltelefon in entsprechender Qualität. Plus Gasthändchen.

Sie lebt jetzt in unserem Gefrierfach. Ich hab es nicht über's Herz gebracht, sie zu verspeisen oder oll werden zu lassen.

Seid bestens gegrüßt von Nina, habt es schön.

Übrigens, die anderen Teilnehmerinnen haben auch fein geknipst und schön geschrieben, schaut doch mal bei Scharly, Emma, Tina, Jenny, Renna Deluxe, Julia (Lillesol & Pelle) und Johanna.

Übrigens 2.0, jaja, das muß sein, es gab auch ein famoses Goodiebag. Und weil ich Goodiebags schätze und auch in Zukunft gerne wundertütentechnisch beschenkt werden mag, kommen hier schamlos die Links von den Sponsoren, das könnt Ihr bestimmt aushalten. 

Kommentare:

  1. die tolle Tomate könntest Du sofort als Blume vermustern und zu Frau Müllerin schicken! liebe Grüsse und bitte immer schön weiterknipsen!

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  2. Liebe Nina,
    ich finde deine Bilder echt gut! Ich finde es total schwer eine eigene Bildsprache zu finden. Ich bin der Meinung, dass man einfach nicht aufgeben darf :) Erst letzten Sonntag habe ich ewig lange Kuchen fotografiert. Jetzt gefallen mir die Bilder nicht und ich weiß nicht ob ich sie benutzen soll. Vielleicht fotografiere ich einfach nochmal :)

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  3. Meine Liebe, es war so schön Dich wiederzusehen!!! Deine Fotos finde ich klasse und Deine Tomate, die hat es echt nicht verdient olle zu werden!!! 》 und jetzt ab an die Nähmaschine ♡♡♡
    *knutscha
    Scharly

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  4. Ich bin ja vollkommen fasziniert von dem coolen Tomatenfoto. Bei mir ist Fotografie ja auch noch so ein Thema, eiei. Spiegelreflex habe ich ja, sogar mit Objektiv ;o), aber so richtig viel jenseits der verschiedenen voreingestellten Programme hab ich noch nicht gemacht.
    Liebe Grüße
    Jennifer

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  5. Oh, welch famose Tomate und in welch tolles Licht du sie für ihr Porträt gerückt hast! Da hätte ich sie an deiner Stelle auch nicht mehr essen mögen :-)
    Klingt auf jeden Fall nach einem tollen Wochenende mit viel Zeit für Experimente!
    Liebe Grüße, die mit Spannung-auf-tolle-Fotos-wartende
    Frauke

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  6. das klingt, als hätte es spass gemacht!
    mir hat dein post(ing?) beim lesen bereits mindestens 3 neue lachfältchen beschert ;0)
    lg
    stefanie
    ps: gemüse fotografieren ist doch nicht skurril, meine tochter hat ein ganzes buch voll mit (lustigen) gemüse (&obst) bildern, "gross werden ist schön, sagte die tomate", das hier
    http://www.amazon.de/Gro%C3%9F-werden-sch%C3%B6n-sagte-Tomate/dp/3875848284

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  7. Liebe Nina,
    das klingt nach einem tollen und einsichtsreichen Tag. Zum M-Modus zu konvertieren, war Anfang 2013 sozusagen mein einziger Vorsatz für das neue Jahr. Ging dann auch relativ flott, jedenfalls schneller als im Vorfeld erwartet, bis das alles einigermaßen klappte. An der Sache mit der Bildsprache arbeite ich noch - vermutlich für den Rest meines Lebens, denn leider fehlt mir jegliche Idee, wie ich das angehen sollte. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass sich das mit der Zeit irgendwie von selber einstellt...
    Dein Tomaten-Portrait gefällt mir in jedem Falle sehr gut, was wohl am Motiv, wie auch an der Perspektive liegt. Von-oben-Fotos bin ich nämlich generell sehr zugeneigt, wie ich vor einiger Zeit festgestellt habe.
    So. Und nun einen schönen Wochenrest! :)
    Liebe Grüße, Naomi

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  8. Klasse, ein Fotokurs. Meine Spiegelreflex steht meistens auf A für Halbautomatik und ich stelle F.. (Größe Blendenöffnung) ein. So kann ich auch Schärfentiefe selbst bestimmen. Wenn's dann wacklig ist gibt's ja noch ISO.
    Dann wünsche ich bestes Licht für schönste Fotos.
    LG Ute

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  9. Och nöö - der ganze Kommentar wieder weg. Ist wohl noch zu früh...
    Also ein Workshop in Hamburg, da würde ich auch nicht Nein sagen. Zumal diese Stadt immer eine Reise wert ist.
    Bislang hatte ich mich zu den aufmerksamen Leserinnen deines Blogs gezählt. Wie es scheint, nicht aufmerksam genug. Deine gelungenen Micro Aufnahmen hätte ich einer "Super-Kamera" zugeordnet, liebe Nina! Nun ja, ehrlich gesagt, spielt die Kamera für mich was dich betrifft absolut eine Nebenrolle. Ich schau gerne hier vorbei, egal mit was und ob Du überhaupt Fotos macht :-)

    Liebe Grüße,
    Sabine

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  10. Ich habe mich köstlich amüsiert...über deine Beschreibung...wie du und deine Kamera sich näher gekommen sind...du wirst sehen, ihr werdet noch Freunde fürs Leben....;-) LG Lotta.

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  11. Dein Tomatenbild ist klasse! Ich wär nie auf die Idee gekommen die Tomate so zu arrangieren. Das macht einen ganz interessanten Hintergrund.
    Liebe Grüße
    Gusta, die jetzt schon wieder ganz viele Ideen im Kopf für die nächsten Fotos hat ;)

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  12. Das Paradeisfoto ist genial. Eh klar.
    Aber das schnelle Handyfoto vom Bahnhof... auch nicht schlecht!!!

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  13. Guten Morgen Nina, ein toller Bericht und eins meiner Highlights außerhalb des "Unterrichtsstoffes" war auf jeden Fall unser Gespräch draußen...hach... toll, dass ich Dich persönlich kennenlernen durfte..und da sagt manch einer Blogger sind virtuell.... fühl dich gedrückt... und hoffentlich irgendwann irgendwo mal wieder..und das Foto ist ja wohl absolut megabombastisch klasse..ich hätte sie auch eingefroren die Tomate...lass es Dir gut gehen... ganz liebe Grüße aus'm Süden...Emma

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  14. So viel Kreativität ..
    ich lass Dir sonnige Grüsse hier
    Elisabeth

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  15. Hallo Nina,

    solch ein schönes Foto! Ich war bisher auch ausschließlich digital kompakt und automatisch unterwegs, seit einem Monat habe ich da eine größere Kamera und bin am Ausprobieren (so ganz laienhaft) ... Ein toller Kurs steht auch noch auf meiner Wunschliste!

    Viele Grüße aus dem sommerwarmen Berlin,
    Anja

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  16. Es hat schon was gebracht: Das Paradeisfoto: Genial. Irgendwann mach ich auch mal so einen Kurs. Irgendwann.
    Ich drück Dich ganz fest!

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  17. Liebe Nina,
    das ist ja quasi ein Foto für mich, denn ich liebe Tomaten. :-)
    LG
    Sissi

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  18. Du hast es geschafft! Nachdem ich mich bislang immer erfolgreich vor dem "M" gedrückt hatte (keine Zeit, keine Lust, wieso eigentlich usw...), hab ich mich gestern echt mal ne halbe Stunde durch ne Baumkrone geknipst - auf "M"!!!
    :D
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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  19. Liebe Nina,
    nach deinem tollen Live-Bericht deiner Tomatenliebe hab ich schon ganz gespannt auf das Foto gewartet und das ist wirklich der Knaller!
    Ich drück dich und wünsche dir ein entspanntes Wochenende :)

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  20. Ach Schätzeken,
    meinen Titel als "treulose Tomate" wird mir wahrscheinlich lebenslang anhaften, aber glaube mir, alle mir lieb´gewordenen Menschlein sind ständig in meinem Kopp ;o)!
    Ich freue mich sehr, dass du wundervolle Tage in der Nachbarschaft genossen hast, ich freue mich über deine tollen Bilder und ich freue mich darüber, dass die Tomate im Tiefkühlfach liegt ;o)! Ausserdem drücke ich dich ganz,ganz feste und wünsche dir den weltallerschönsten Start in die neue Woche,deine Petie ♥

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  21. Ich freue mich dass du Feuer gefangen hast. Das schöne Foto spricht für sich. Und mit dem Blick mache ich mir bei dir keine Sorgen - mit dem entsprechenden Spass an der Sache, dem neu erworbenen Wissen und den vielen Möglichkeiten einer Spiegelreflexkamera ist er irgendwann da und man nimmt das Umfeld auch ganz anders wahr ... der Blick durch den Sucher verändert die Wahrnehmung.

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