Mittwoch, 15. Oktober 2014

Der Club der Traumtänzer oder Ist der Mensch eine Zwiebel?

Wenn ich zu viel Reis auf einmal löffele, bekomme ich Schluckauf. 

Daran dachte ich bisweilen bei der Lektüre von "Der Club der Traumtänzer", denn im Laufe der Handlung werden so viele Themen angerissen und teilweise auch weiter verfolgt, dass ich mich gefragt habe, ob Andreas Izquierdo es wohl hinbekommt, jedem dieser Bereiche gerecht zu werden, jeden angefangenen Handlungsstrang stimmig zuende zu führen - oder ob es irgendwann hakt?


Die frohe Kunde lautet, er kriegt es hin.

Also riesengroßer Fan seines Romans "Das Glücksbüro" habe ich mich sehr über ein neues Werk des Autoren gefreut. Aber die Erwartungshaltung war natürlich auch entsprechend höher.

An dieser Stelle könnte ich Euch jetzt die Handlung vorkauen, Andeutungen über den Ausgang der Geschichte fallen lassen oder tiefere konzeptionelle Fragen erörtern. Aber die "Generation Spoiler" erregt schon lange meinen Missfallen. 

Soviel aber sei gesagt: Gabor, der Protagonist des Clubs der Traumtänzer, ist eine klassische Zwiebel. Er häutet sich zu seinem eigenen Schrecken, Seite für Seite, peu à peu. 

Der Roman wirft die Frage auf, was alles in einer Person wohnt. Ist es so, dass wir alle alles sind und je nachdem, was im Laufe unseres Lebens geschieht oder in welcher Situation / Gesellschaft wir sind, wird es aktiviert? Oder sind manche Menschen fähig zu Charaktereigenschaft xy und andere wiederum nicht? Was meint Ihr?

Dumont Buchverlag Gewinnspiel

Ich weiß zum Beispiel, dass ich früher zu Verzicht nicht imstande war. Da war eine tiefe Gier in mir, eine Ungeduld, ein Getriebensein. Dabei ging es nie um materielle Dinge, aber das Leben, die Freiheit, die Gelegenheit, die Abwechslung, die machten mich unstet und rappelig. 

Heute ist daran zwar noch Erinnerung vorhanden, aber ich kann es nicht mehr nachempfinden. Viel zu anstrengend wäre mir die Jagd nach Impulsen oder Stimuli, viel zu wenig Tiefe birgt so eine kurze Verweildauer. Es käme mir vor wie Smalltalk mit dem Leben und dabei bin ich doch so inkompetent in Sachen Geplänkel geworden.

Nicht falsch verstehen, das "Damals" hatte viele positive Aspekte. Es hat spontane Entscheidungen und auch Risiken möglich gemacht. Im Laufe der Zeit habe ich viel erlebt und gesehen, konnte Menschen begeistern (wofür nun auch immer). Die Leichtigkeit, die das bedeutete, die hätte ich heute gerne bisweilen wieder.

Früher waren Menschen für mich fast immer entweder / oder. Da steckte zum einen viel Bewertung drin, aber rückblickend eben auch Anmaßung. Die Überheblichkeit zu glauben, dass die, die mir ähnelten, "die Guten" waren, wohingegen die, die andere Lebensmodelle bzw. Standpunkte für sich gewählt hatten oder gar meinen Angang kritisierten, sich meiner Gnade nicht gewiß sein konnten.

Heute bewerte ich deutlich weniger. Das hat nichts damit zu tun, die Auseinandersetzung zu scheuen, aber ich habe gelernt, dass man Menschen eben selten in all ihren Facetten mag. Es wird immer Bereiche geben, in denen man differiert, aber ich finde das okay. Selbst dann, wenn jemand an einer Stelle einen Charakterzug offenbart, der mir nicht sympathisch ist (wir reden jetzt bitte nicht von Extremen, die mit Gewalt o.ä. einher gehen). Wenn noch genug übrig ist, das diesen Menschen für mich positiv besetzt, kann ich es a) aushalten und b) so hinnehmen. Und ihn trotzdem mögen.

Das ist übrigens tatsächlich ein Punkt, an dem ich mitunter kritisiert werde. Man fand es schon unaufrichtig, konfliktscheu oder inkonsequent. Aber trotz aller Überlegungen, die dieser Gegenwind bei mir ausgelöst hat, bleibe ich dabei. Und stelle fest, die Menschen bewegen sich. Manche Einschätzung meines Gegenübers könnte ich nach einem Zeitraum x so nicht wiederholen, weil andere Begebenheiten nicht so verlaufen sind, dass der ursprüngliche Eindruck noch Bestand gehabt hätte. So zeigt sich für mich, es lohnt sich, am Ball zu bleiben. Denn angenehm überrascht werd ich gern.

So, Ihr Lieben, jetzt Ihr. Die Frage an Euch lautet: Glaubt Ihr, dass in jedem Menschen alles wohnt und es eine Frage von äußeren Faktoren ist, was abgerufen wird und was nicht? Oder hat man einen bestimmten Charakter, von dem man nicht gravierend abweicht, ob man nun will oder nicht?

Zu gewinnen gibt es ein Exemplar "Der Club der Traumtänzer", es ist ein lesenswertes Buch.

Wer sich die Mühe zu einem Kommentar mit Meinung macht, wandert 2x in den Pott, ein freundliches "Hier" einmal. Die Verlosung endet am Sonntag, dem 19.10.14 um 23.59h.

Nina

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass ich den Roman, der den Anstoß zu diesem Beitrag gab, für umme im Briefkasten hatte. Aber die Inspiration kommt nicht aus einer Ersparnis von etwa 10 Euro. Dennoch danke für's Geschenk, ich habe mich gefreut!

Kommentare:

  1. Oh Nina, ich find´s so spannend, welche Gedanken du hier teilst - und das Thema wird sich nun erstmal ein bisschen in meinem Kopf (weiter-)bewegen.
    Auf die Schnelle also ein ganz einfaches "Hier", denn auf das Buch hast du mich ja auch neugierig gemacht. Mehr und mit Meinung dann wohl später ...
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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  2. Liebe Nina,
    ob in einem Menschen alles wohnt? Vom Wohltäter bis zum Mörder und Selbstmörder? Wieviel Charakter ist angeboren und wieviel den Umständen geschuldet und wo bleibt schließlich Raum für so etwas wie Freiheit, den freien Willen? Wieviele Seiten Kommentar möchtest Du denn? Ich bleibe mal im Bild: Ich kann meine Kleider wechseln, dem Anlass und den äußeren Bedingungen entsprechend, das wäre die äußere Hülle. Auch meine Wohnung, das wäre eine größere Veränderung. Aber aus meiner Haut kann ich nicht. Ich denke, dass wir in jeder Situation einen gewissen Spielraum haben, eine, wenn auch bergenzte Freiheit und die Art und Weise, wie wir diesen nutzen, entscheidet mit darüber, wer wir im nächsten Augenblick sind, morgen und dann, als Folge vieler solcher Entscheidungen, in ein paar Jahren. Und doch wird das, was uns im Leben begegnet ein Teil unserer Wirklichkeit, des "biografischen" Ich. Temperament, Charakterdispositionen und Begabungen sind angeboren, vielleicht auch rätselhafte Muster. Der Psychologe Alfred Adler berichtete (es mag wahr sein oder auch nicht) von drei Brüdern, von denen der eine ein grausamer Mörder, der zweite Metzger und der dritte eine anerkannter Chirurg gewesen sei. Die waren sich schon ähnlich und doch in keiner Weise gleich. Ich finde dass die "begrenzte Freiheit" Kierkegaards das am besten beschreibt. Genügt das?
    Ich finde es schön, dass Du solche Fragen stellst und bin auf die Kommentare jetzt sehr gespannt!
    Gehe jetzt, nicht ganz freiwillig aber doch ohne direkten äußeren Zwang wieder an den Schreibtisch (weiß aber nicht, warum ich das meistens kann und manche Menschen nur selten, Glück gehabt?)
    Sarah

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  3. "Glaubt Ihr, dass in jedem Menschen alles wohnt und es eine Frage von äußeren Faktoren ist, was abgerufen wird und was nicht? Oder hat man einen bestimmten Charakter, von dem man nicht gravierend abweicht, ob man nun will oder nicht?"

    Puh, das ist keine einfache Frage! Vor allem nicht für einen kurzen Kommentar. Deshalb versuche ich es mal grob: Ich denke, Mensch ist eine Kombination aus beidem. Ich bin der Meinung, bestimmte Charakterzüge/Eigenschaften sind schon 'angelegt', sie werden also vielleicht einfach leichter/schneller abgerufen als andere. Da ich aber auch schon sehr starke Veränderungen (z.B. aus Notsituationen heraus) an Menschen beobachtet habe, gibt es sicherlich auch Dinge, die in einem schlummern und erst geweckt werden müssen.

    Viele liebe Grüße und Danke für diesen interessanten Buchtipp,
    Frl. Fuchs

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  4. Wirklich ein sehr schönes Thema, was mit Sicherheit viele, viele Seiten füllen kann. Ich persönlich, bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch bereits mit seinem ganz persönlichen Charakter auf die Welt kommt... Sicherlich erfordert es einer lebenslangen Weiterentwicklung und Verfeinerung, die Grundzüge aber sind bestimmt "vorprogrammiert". Die extremsten Veränderungen sind oftmals ja nach schweren Schicksalsschlägen zu beobachten. Nicht wirklich verwunderlich, da in solchen Fällen der Eigenschutz auch nicht vor Persönlichkeitsveränderungen halt machen wird. Ob diese tatsächlich eingetreten sind oder nur eine aufgebaute Fassade, lasse ich jetzt mal dahingestellt - wobei ich oftmals eher zweiteres vermute, lernt doch der Mensch im Laufe der Zeit eine gewisse Gesellschaftskonformität anzunehmen.icherlich erfordert es einer lebenslangen Weiterentwicklung und Verfeinerung, die Grundzüge aber sind bestimmt "vorprogrammiert". Die extremsten Veränderungen sind oftmals ja nach schweren Schicksalsschlägen zu beobachten. Nicht wirklich verwunderlich, da in solchen Fällen der Eigenschutz bestimmt auch nicht vor Persönlichkeitsveränderungen halt macht. Ob diese tatsächlich eingetreten sind oder nur eine aufgebaute Fassade, lasse ich jetzt mal dahingestellt - wobei ich oftmals eher zweiteres vermute, lernt doch der Mensch im Laufe der Zeit eine gewisse Gesellschaftskonformität anzunehmen. So sieht zumindest meine "Theorie" aus :)

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  5. Hallo Nina,
    du stellst da eine sehr schwierige Frage, auf die man sicher nicht mal eben nebenher antworten kann.
    Ich denke, grundsätzlich ist sehr viel in uns, auch sehr viel unterschiedliches, sonst könnten wir uns nicht den äußeren Umständen anpassen. Und ich meine, das kann jeder bis zu einem gewissen Grad. Trotzdem denke ich auch, dass ein gewisser Teil festgelegt ist. Dieser kann vielleicht durch Extreme verändert werden, wird aber im Wesentlichen gleich bleiben.
    LG von TAC

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  6. Hallo Nina,

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich glaube mittlerweile fest daran, dass zu einem großen Teil die äußeren Umstände den Menschen prägen. Das kann ich insbesondere in meinen Selbstreflektionen erkennen. Ganz sicher aber im Wesen meiner Kinder, welche mir charakterlich soooooo sehr ähneln und doch auch wieder ganz anders sind zu meinem jetzigen ICH. Spannend und erschreckend zugleich, welche Veränderungen das Leben und Erleben mit sich bringt.
    Und auch ich mag meine Lieben und meine Freunde nicht in all Ihren Facetten, meist auch nur zu einem großen Teil. Das macht es aber auch so spannend. Reibungen bringen uns auch weiter, vor allem unsere Toleranz. Ich beobachte immer mehr vereinsamende Menschen, die mit den Ihnen fremden Eigenheiten anderer nicht umgehen können und sich daraus zurückziehen. Schade um das schöne Lachen, welches Familie und Freunde gern mit einem teilen.

    Vielen Dank für den schönen Artikel und die gedanklichen Anregungen...

    Christiane

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  7. Eine spannende Frage...die ich auch nicht mit letzter Konsequenz beantworten kann...Grundsätzlich denke ich, dass Charakterzüge seit Geburt vorhanden sind, aber die äußeren Umstände zusätzlich prägen können. Außerdem hat der Mensch in gewissen Schranken gelernt, sich den Umständen anzupassen...Das sieht man sehr schön, wenn es zu Extremsituationen kommt und das "wahre" Gesicht zum Vorschein kommen kann...dann fehlt die Bremse...dann zeigt sich der Charakter...Ich habe mit den Jahren auch gelernt, über kleinere Macken von anderen hinwegzusehen...zum einen, weil man die selbst hat, zum anderen, weil der Mensch eben viele Facetten bietet...und es doch schade wäre, wenn man ihn wegen einer weniger angenhemen Charaktereigenschaft dann gleich meidet...vielleicht hat das ja mit Altersweisheit zu tun...;-). LG Lotta.

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  8. Liebe Nina!
    Die Frage ist spannend und auf die vielfältigsten Arten zu beantworten. Für mich sieht es derzeit (frag mich in ein paar Tagen nochmal, dann kann ich meine Antwort locker geändert bzw. angepasst haben) so aus, dass jeder einige gewisse, persönliche Chararktereigenschaften in sich trägt; gepaart aus genetischen Vorbedingungen, Prägungen, Erfahrungen. Die abzurufen und anzuwenden und weiterzuentwickeln, dafür ist jeder selbst zu ständig. Im Rahmen seiner Möglichkeiten natürlich. Aber in jedem einzelnen von uns steckt eine Menge drin. Und das zu entdecken, das kann nur jeder einzelne selbst in Angriff nehmen. Und was man dann aus dem Entdeckten macht, das ist ja auch jedem selbst überlassen.
    Ich glaub, wir sollten uns mal wieder auf einen Kaffee treffen und ein wenig vor uns hin philosophieren :-) Bis dahin hüpf ich erstma in den Lostopf rein!
    Liebe Grüße,
    Frauke

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  9. Liebe Nina, ein schöner Post von dir (und dein neues Wohnzimmerdesign mag ich auch :)). Da ich mir auch gerade das Buch gekauft habe, war ich sehr neugierig was du schreibst.
    Ich glaube in jedem Menschen wohnt alles, aber wir werden als Kinder/Jugendliche schon sehr geprägt in bestimmte Richtungen. Ich glaube z.b. ist es unheimlich schwer später noch "Höflichkeit" zu lernen...ist jetzt nur ein Beispiel.
    Aber ich merke selbst, wie schwierig es ist die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auf neue Pfade zu begeben. So gibt es Dinge, die mich selbst stören, aber ich komme nur milimeterweise vorwärts...wenn überhaupt.
    Aus diesem Grund versuche ich/ versuchen wir nun unseren Kinder das (vermeintlich) beste mitzugeben, so dass sie es später mal nicht so schwer haben. Wobei ich schon beobachten kann, dass sich bestimmte Eigenschaften auch durch ihr Leben ziehen, die bereits als Baby abzusehen waren...
    Das ist spannend.

    Liebe Grüße
    Fränzi

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  10. Liebe Nina,

    ich denke schon, dass wir die Haut, in der wir geboren sind, ein Leben lang tragen. Und ich bin davon überzeugt, dass wir nicht alle die selbe Haut tragen und nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt kommen. Sonst sollten Geschwister sich zumindest als Kinder charakterlich sehr ähnlich sein, ähnliches Temeprament und Vorlieben haben. Aus Erfahrung weiß ich aber: Ist nicht so. Meiner Meinung nach ist unsere Wesensart, unser Temperament und auch Vorlieben, Abneigungen, Begabungen und Schwächen von Grund auf in uns angelegt. Diese Veranlagung zusammen mit den Umwelteinflüssen und dem Umfeld, in dem wir aufwachsen, macht uns zu dem was wir sind. Sicherlich lässt sich einiges später mit viel Arbeit auch korrigieren, einiges relativiert sich allein durch die Lebenserfahrung, durch viel Try and Error, durch Scheitern und wieder Aufstehen, das Lernen aus Fehlern. Beim einen mehr, beim anderen weniger.
    Meine Erfahrung ist aber, dass grundlegenden Charakterzüge, die einem aus familiären oder gesellschaftlichen Kompatibilitätsgründen als Kind oder Jugendliche aberzogen wurden, oder die man selbst deshalb unterdrückt hat, jenseits der Lebensmitte wiederkommen, wenn die Meinung anderer immer unrelevanter und das Man-selbst-Sein immer wichtiger wird. Ich gehe da mit Max Frisch, wenn er sagt, dass die Zeit uns nicht verwandelt, sondern nur entfaltet. Man kommt sich näher, wenn man älter wird, bleibt mehr bei sich, akzeptiert seine Schrullen mehr, will auch andere nicht mehr ändern und das ist die gute Sache daran.
    Gerade hab ich überlegt, ob man dadurch auch tolernater wird, was die ausgeprägten Besonderheiten anderer Menschen angeht. Einerseits ja, weil der missionarische Eifer abnimmt, andere verändern zu wollen. Andererseits ist man auch nicht mehr so leicht bereit, sich den Charakterzügen von anderen Menschen auszusetzen, die einem nicht guttun, oder sich deren Vorstellungen, Erwartungen und Wünschen zu beugen, um gemocht zu werden. Vielleicht sind enge Freundschaften deshalb im Alter schwieriger als in jungen Jahren. Man lässt die anderen mehr sein was sie sind, genießt und teilt das was guttut und bleibt auf Distanz zu dem, was nicht gut tut.

    Herzlich, Katja

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  11. eine spannende frage!
    natürlich verändern wir uns selbst, unser verhalten.
    wir entwickeln uns weiter, ändern unsere meinung und ansichten aufgrund von neuem wissen und aufgrund von erfahrungen. unser umfeld und die menschen, die uns umgeben, beeinflussen uns ganz sicher auch.

    was m.e. unverändert bleibt, sind ein paar grundsätzliche charaktereigenschaften, eigene normen und werte quasi (woher die kommen, ist mir allerdings nicht ganz klar)

    wenn ich mich selbst betrachte, gibt es eigenschaften (nicht sehr viele) die schon immer typisch für mich waren und es auch noch heute sind. heute kann ich diese eigenschaften benennen, als kind habe ich sie vermutlich eher nur "gefühlt"
    auch extremsituationen ändern glaube ich an diesen „grundeigenschaften“ nichts.

    sonnigen gruß!
    stefanie

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  12. Schwierig, so eine komplexe Frage in einem Kommentar zu beantworte, aber ich versuchs mal, das Buch interessiert mich :-))
    Ich glaube, dass es verschiedene Charaktereigenschaften, nennen wir sie lieber Temperamente, gibt, die in uns qua Geburt angelegt sind und die nicht durch Erziehung oder sonstige Umwelteinflüsse komplett ins Gegenteil zu verkehren sind. Die Ausgestaltung/Entwicklung/Ausprägung dieser Temperamente unterliegt aber sehr wohl den verschiedenen äusseren Einflüssen, die mit unseren eigenen Empfindungen und Erfahrungen interagieren. Und da sich auch die äusseren Einflüsse verändern, verändern sich auch Menschen.
    Wer in einer unglücklichen Beziehung (mit einem Partner, sich selbst, seinem Umfeld, Kindern oder auch niemandem) lebt, wird schwerlich die Ressourcen haben, positive Charaktereigenschaften zu entwickeln. Umgekehrt genauso.
    Trotzdem steckt in den meisten Menschen sehr viel mehr, als sie selbst oft wissen. Manche kriegen den Zugang dazu, andere nie.
    Ich kenne zum Beispiel total viele positive Eigenschaften, die noch so in mir stecken, aber ich krieg sie nicht rausgelockt, verdammt. :-)
    Sei lieb gegrüßt und hab Dank dass du wieder da bist und dich öfter meldest. Ich lese alles!
    Doro

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  13. das ist wirklich keine einfache frage..ich denke vieles ist anerzogen oder wird auch kulturell so geprägt. je nach dem wo man aufwächst....denke ich.

    so. jetzt würde ich mich freuen das buch zu gewinnen =)

    lg, nuxi

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  14. schwierig! ich habe ähnliche veränderungen durchgemacht wie du und denke deshalb, dass schon irgendwie von allem ein bisschen in einem wohnt - die veränderungen und das "abrufen" von anderen eigenschaften kommen wohl aber eher unbewusst mit der zeit und den erfahrungen, die man so macht und können nicht mit einen fingerschnips herbeigezaubert werden. sonst wäre es viel einfacher, dinge an sich zu ändern, die einen stören..

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  15. Oha, das ist wirklich keine einfache Frage, aber sehr interessant und die vielen Kommentare waren auch spannend zu lesen.

    Ich habe letztens noch mit meinem Mann darüber gesprochen, dass ich mich in den letzten zehn Jahren (seit wir uns kennen gelernt haben) ganz schön verändert habe, er sich aber kaum. Was den Charakter betrifft. Was aber auch gut ist: Denn er war damals schon mit sich selbst "im Reinen" und glücklich, und ich war das nicht und werde es jetzt immer mehr. Daher denke ich schon, dass man viel mehr "Möglichkeiten" in sich selbst hat, als man normalerweise sieht, und dass äußere Faktoren sehr stark beeinflussen. Denn sonst könnte man seinen Charakter ja nicht weiterentwickeln. Trotzdem glaube ich nicht, dass jeder Mensch ALLES werden kann, sondern sich nur in einem gewissen Rahmen verändern kann. Um bei meinem Beispiel zu bleiben, ich glaube nicht, dass ich plötzlich einen verbissenen Ehrgeiz entwickeln könnte, weil das einfach nicht in mir steckt. (Aber wer weiß. Vielleicht überrasche ich mich selbst noch und mache mit Ende 30 plötzlich steile Karriere.)

    Ich versuche genau wie du, andere Menschen nicht zu beurteilen und in Schubladen einzusortieren, aber es fällt mir noch schwer. Manchmal will es einfach nicht in meinen Kopf hinein, wie jemand in gewissen Dingen eine andere Meinung haben kann als ich. Ich meine: Meine Meinung ergibt doch Sinn, und sie ist logisch und das einzig richtige, und wie kann man das um alles in der Welt nicht einsehen? ;-) Da geht es dann aber auch nicht darum, wie man die Spülmaschine richtig einräumt, sondern um "größere" Themen wie Feminismus, Umweltschutz, gleichgeschlechtliche Ehe...

    So, ich weiß nicht, ob ich deine Fragen jetzt sinnvoll beantwortet habe - und das Kommentarfenster ist zu klein, um alles noch mal sinnig durchzulesen. :-) Daher hoffe ich einfach, dass es das Thema halbwegs trifft!

    Liebe Grüße
    Nele

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  16. Die ewig gleiche Frage: Nature or nurture. Ich würde sagen 50 : 50. Unsere Umgebung (und alles was dazu gehört und das Leben so mit sich bringt) formt uns. Dazu gibt es hundert Beispiele: Habe ich vier Kinder, werde ich gezwungener Massen flexibler.
    Aber hätte ich vier Kinder, wenn ich nicht flexibel wäre?

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  17. Ach, hier sieht's auf einmal so anders aus! Gefällt mir gut! :-)

    Das ist ja mal wieder eine sehr spannende Frage, liebe Nina.
    Kürzlich habe ich wo(?) gelesen, dass eine Studie zu dem Ergebnis kam, dass der Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung eines Menschen viel geringer ist als oft angenommen. Interessant finde ich dazu auch immer, dass eineiige Zwillinge, die aus welchen Gründen auch immer, getrennt voneinander aufwachsen, sich oftmals extrem ähnlich entwickeln und dass Geschwister, die zusammen aufwachsen und gleich erzogen werden, immer ganz unterschiedlich sind. Ich denke aus seiner Haut kann keiner raus.

    Und bevor ich mich jetzt in Formulierungen verkünstle, unterschreibe ich jetzt einfach mal bei Katja! So schön hätte ich das gar nicht formulieren könnten, du sprichst mir total aus der Seele liebe Katja! :-) Ich stimme allem, was du geschrieben hast, vollkommen zu!

    Und für das Buch springe ich jetzt auch noch schnell in den Lostopf.

    Allerliebste Grüße
    Biggi

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  18. Eigentlich wollte ich noch was Schlaues schreiben, die Tage bin ich nicht dazu gekommen, jetzt bin ich zu müde...deshalb ein schlichtes HIER!
    Schlaf gut, ich drück dich!
    BuxSen

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  19. erst einmal ein freundlich aber bestimmtes HIER! ;-)
    ich glaube, dass z.b. dass unterschiedliche menschen, unterschiedliche seiten von uns "hervorlieben" können... ja, wir sind zwiebeln! ;-)
    herbstherzliche grüße & wünsche an dich ;-)
    amy

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